Kaum eine Superhelden-Serie ist so eng mit dem Fernsehgefühl der frühen 2000er verbunden wie Smallville. Damals lief sie nachmittags oder abends im Fernsehen. Nach all den Jahren feiert die Kultserie nun ihr Comeback. Und das beim Streaming-Anbieter Netflix, wo „Smallville“ kurzerhand die Top 10 der Charts gestürmt hat.

Alle zehn Staffeln sind seit Kurzem auf Netflix wieder abrufbar und finden offensichtlich ein großes Publikum, das diese Welt noch sehr gut kennt. Während sich an der Spitze der aktuellen Netflix-Top-10 vor allem neue Produktionen sammeln, tauchen weiter unten mehrere Rückkehrer auf, die bereits vor Jahren abgeschlossen wurden.

In Superman-Mythos vor dem Cape

„Smallville“ reiht sich genau dort ein und erreicht aktuell Platz 7. Der erneute Erfolg zeigt, dass Serien aus dem klassischen TV nicht automatisch an Relevanz verlieren, nur weil sie älter sind. Vielmehr scheint die Verfügbarkeit auf einer großen Plattform wie Netflix einen zweiten Frühling zu ermöglichen. Im Mittelpunkt von „Smallville“ steht Clark Kent, gespielt von Tom Welling.

Die Serie setzt bewusst lange vor dem bekannten Superman-Kostüm an. Clark ist zunächst ein Teenager in einer ländlichen Kleinstadt, geplagt von ganz alltäglichen Problemen. Seine übermenschlichen Fähigkeiten wirken dabei eher wie ein Hindernis als ein Geschenk. Der Wunsch nach Normalität zieht sich durch viele Episoden und prägt den Ton der frühen Staffeln.

Mit zunehmender Laufzeit verschiebt sich der Fokus. Clark lernt schrittweise, Verantwortung zu übernehmen, während immer neue Gegenspieler auftauchen. Das klassische Monster-der-Woche-Prinzip verbindet sich dabei mit längeren Handlungsbögen, die Freundschaften, familiäre Konflikte und moralische Fragen in den Vordergrund rücken. Gerade diese Mischung aus Coming-of-Age-Drama und Superhelden-Elementen unterscheidet „Smallville“ von späteren Comic-Adaptionen.

Seriengeschichte zwischen Fernsehen und Streaming

Entwickelt wurde „Smallville“ von Alfred Gough und Miles Millar, die heute vor allem durch ihre Arbeit an modernen Streaming-Formaten bekannt sind. Der Startschuss fiel 2001 beim US-Sender The WB, später wanderte die Serie zu The CW. Insgesamt lief „Smallville“ bis 2011 und brachte es auf zehn Staffeln. Definitiv eine Laufzeit, die im heutigen Serienmarkt eher selten geworden ist.

In Deutschland begann die Ausstrahlung 2003 bei RTL und RTL II. Für viele Jugendliche der 90er und Kinder der frühen 2000er gehörte die Serie fest zum Alltag. Dass eine über zwanzig Jahre alte Superhelden-Serie noch einmal in den Charts auftaucht, wirkt weniger wie ein Zufall, sondern eher wie ein Beispiel für den veränderten Serienkonsum. Inhalte aus unterschiedlichen Epochen stehen heute gleichberechtigt nebeneinander. „Smallville“ nutzt dies und zeigt, wie stark der Serienalltag der frühen 2000er bis heute nachwirkt.