Aldi Nord erprobt seit dem Sommer in Belgien ein digitales Treuemodell, das Sammelpunkte, Bonusaufgaben und Einsparpotenziale miteinander verbindet. Der Testlauf wird innerhalb der Branche genau beobachtet, da er als möglicher Ausgangspunkt für eine spätere internationale Ausweitung gilt.

Nach Informationen der „Lebensmittel Zeitung“ bewirbt Aldi das belgische Pilotprogramm in den Märkten sehr intensiv. Die Umsetzung erfolgt über eine erweiterte Version der Aldi-App, die sowohl Punkteverwaltung als auch weitere Funktionen integriert. Pro 40 Cent Einkaufswert wird ein Punkt gutgeschrieben.

Ergänzend erscheinen in der App regelmäßig zusätzliche Aufgaben, die auf höhere Aktivität abzielen. Im Oktober wurde etwa eine Aufgabe angeboten, bei der Ausgaben von 100 Euro mit 1000 zusätzlichen Punkten belohnt wurden. Die gesammelten Punkte können anschließend in ausgewählte Produkte umgewandelt werden, darunter Margarine, Ziegenfrischkäse oder tiefgekühltes Lachsfilet.

Ein wesentlicher Bestandteil des Systems ist die technische Kooperation mit GK Software. Darüber wird ermöglicht, Einkaufslisten automatisch auf Eigenmarken des Discounters umzustellen, wenn zuvor Markenprodukte ausgewählt wurden. Dies soll deutliche Einsparungen sichtbar machen. Beim Wechsel von Coca-Cola zu River Cola kann der Preisvorteil laut Aldi bei bis zu 71 Prozent liegen. Parallel entwickelt Aldi Süd in Schottland ein eigenes Bonusmodell, dessen Schwerpunkt stärker auf spielerischen Elementen statt auf direkten Preisnachlässen liegt.

Ob das belgische Programm auf weitere Märkte übertragen wird, ist derzeit offen. Aufgrund der hohen Aufmerksamkeit innerhalb der Branche gilt der Test jedoch als potenzielles Vorbild für künftige internationale Konzepte.